Aprikosen-Pistazien-Tarte

Vor eineinhalb Jahren waren wir in einem kleinen, süßen Küstenstädtchen in belle France, wo wir das Glück hatten, genau am Markttag halbwegs früh aus den Federn gekommen zu sein und uns von all den dort angebotenen Köstlichkeiten schon vorm ersten Kaffee überrumpeln zu lassen. Es gab dort wahnsinnig guten Käse, viel frisches Gemüse und Obst, gerade gebackenes Brot und kleines Gebäck – und sehr sehr guten …. Calvados. Wir waren eben in der Normandie. Und so ein angebotenes Probiergläschen ausschlagen geht ja gar nicht! Und das zweite und das dritte… naja. Schon leicht angeschickert haben wir uns dann zum Frühstück einen schönen Café au Lait und ein fantastisches Stück Pistazien-Aprikosen-Tarte genehmigt. In der Sonne. In Frankreich. Mit Möwen über uns. Und jetzt hab ich mal versucht, diese leckere Tarte nachzubacken, wenn auch ohne Möwen – dafür aber immerhin mit genauso viel Sonne! Und ich muss sagen, bis auf die knallig grüne Farbe, die bei mir eher dezent ausgefallen ist, kommt sie dem Original ziemlich nah… Vielleicht beim nächsten Mal noch mehr Pistazien nehmen? Mal sehen, das ist bestimmt nicht das letzte Mal, dass diese Tarte zum Einsatz kommt!

Was?

  • 250 g Mehl
  • 50 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 150 g sehr kalte Butter
  • 2 EL Apfelessig
  • ggf. etwas kaltes Wasser
  • 120 g weiche Butter
  • 120 g  Zucker
  • 120 g geschälte, gemahlene grüne Pistazien (wer sie noch selbst schält und zerkleinert, ist vielleicht schlauer als ich und bewahrt sich einige gröbere Stückchen zum Garnieren auf…)
  • 2 Eier
  • 30 g Mehl
  • (2 Tropfen Mandelaroma und/oder einen kleinen Schluck Calvados)
  • 2 Hände voll Aprikosen

Wie?

Zuerst das Mehl mit Salz und Zucker mischen, danach mit der kalten Butter und dem Essig zu einem Teig verarbeiten. Wenn der Teig noch zu krümelig ist, einfach etwas Wasser dazugeben, bis er sich richtig anfühlt. Den Teig abgedeckt in den Kühlschrank stellen, am besten über Nacht, aber wenigstens eine Stunde. Wer wie ich die Pistazien noch schälen muss, kann das jetzt in Ruhe erledigen. Beim Schälen sollte man darauf achten, dass man auch möglichst viel von der weichen, braunen Schale entfernt, damit das Pistazienmehl später möglichst grün ist. Wenn alle Pistazien geschält sind, entweder in einem Mörser oder mit einem Zerkleinerer die Pistazien zu einem feinen Mehl stoßen bzw. hacken. Auch die Aprikosen können jetzt schon halbiert und entsteint werden.

Wenn der Teig gut geruht hat, rollt man ihn rund aus, so dass die Tarteform inklusive Rändern komplett damit belegt werden kann. Die Form noch buttern und mehlen, mit dem Teig auslegen, mit der Gabel anpieksen und in den vorgeheizten Ofen bei 180°C ca. 10 Minuten vorbacken.

In dieser Zeit kann man die Füllung vorbereiten: die Butter mit dem Zucker schaumig-weiß schlagen, dann die beiden Eier dazugeben und weiterschlagen. Jetzt die Pistazien mit dem Mehl vermischen und rein damit. Wer mag, gibt an dieser Stelle noch etwas Mandelaroma und einen kleinen Schluck Calvados hinzu.

Der vorgebackene Boden muss jetzt nur noch mit der Füllung begossen werden, mit den Aprikosenhälften (Schnittfläche nach unten) belegt werden und ca. 20 Minuten gebacken werden. Die Aprikosen sollten weich sein und die Eier-Pistazien-Füllung gestockt und nur leicht angebräunt. Auch wenn’s schwer ist, ist es besser, mit dem Anschneiden zu warten, bis die Tarte wenigstens Raumtemperatur hat (spreche aus Erfahrung…).